Heinric van Veldeken

'Ich bin vrô, sît uns die tage
Liehtent unde werdent lanc',
Sô sprac ein vrowe al sunder clage
Vrîlich und ân al getwanc.
'Des segg ich mînen glücke danc
Daz ich ein sulhe herze tranc
An mîner blîschaft nie mê verzage.

Hie hete wîlent zeiner stunde
Vil gedienet och ein man,
Sô daz ich nu wol guotes gunde;
Des ich ime nu niene gan,
Sît dat hê den muot gewan,
Dat hê nu eischen begunde,
Dat ich im baz entseggen kan,
Danne hê'z an mir gewerben kunde.

Ez kam von tumbes herzen râte,
Ez sal ze tumpheit in alze spâte,
Daz hê hete missetân.
Wie mochte ich dat vür guot entstân,
Dat hê mich dorpeliche baete,
Dat hê muoste al umbevân?
[....]

Ich wânde, dat hê hovesch waere,
Des was ime ich von herze holt.
Daz segg ich ûch wol offenbaere:
Des ist hê gar âne schult.
Des trage ich mir ein guot gedolt.
Mir ist schade vil unmaere:
Hê iesch an mir ze rîchen solt,
Des ich vil wol an ime enbaere.

Hê iesch an mich te lôse minnen,
Dî ne vant hê an mir niht.
Dat quam von sînen kranken sinnen,
Wan ez ime sîn tumpheit riet.
Waz obe ime ein schade dat an geschît?
Des bringe ich in vil wel inne,
Dat hê sîn spil ze unreht ersiht:
Das herze brichet, êr hê't gewinne.'


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